Eine Kulturgeschichte der Tiere? Vor wenigen Jahrzehnten wäre ein Projekt unter diesem Titel auf energischen Widerstand gestoßen. Weshalb noch Rainer Pöppinghege - in seiner Einleitung zu einem im letzten Jahr erschienenen Sammelband über Tiere im Krieg - betonte, die Geschichtswissenschaft sei und bleibe in erster Linie eine „anthropologische Wissenschaft“. Aber schon zuvor hatte ein Primatenforscher wie Frans de Waal ein „kulturelles Leben“ der Tiere postuliert, und 2007 erschien eine materialreiche sechsbändige „Cultural History of Animals“.
Vor diesem Hintergrund behaupten nun auch Dorothee Brantz und Christof Mauch, dass der epistemologische Dualismus von Tier und Mensch, Natur und Kultur „entscheidende Aspekte vergangener Lebenswelten systematisch ausblendet“. Sie haben einen umfangreichen Sammelband zur historischen Tierforschung herausgegeben, der auf die Vorträge einer Konferenz aus dem Jahr 2005 zurückgreift. Der vorgelegte Band ist keine Buchbindersynthese. Erspart wird dem Lesepublikum der Aufbau eines Panoramas, das noch einmal den raschen Überblick von der Antike bis zur Gegenwart verspricht.
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