Hundefreunde unter sich! Was hier als Doggenforum begonnen hat, steht allen offen, die sich für Hunde interessieren und sich ein Leben ohne sie nicht vorstellen können!
#1

Abschuss von Hunden und Katzen weiterhin erlaubt!

in Der Hund in den Medien 19.07.2010 19:39
von kleines030999 • Really the Best | 4.435 Beiträge

Stuttgart

Es ist eine Diskussion um gesellschaftliche Belange wie aus dem Bilderbuch: Die eine Seite behauptet dieses, die andere Seite jenes. Den Vorwurf, der jeweils andere würde unlauter argumentieren, erheben beide Seiten – kein Wunder angesichts des fehlenden Zahlenmaterials. Die Frage, an der sich diese politische Diskussion entspinnt: Soll der Paragraf 29 des Landesjagdgesetzes aufrecht erhalten werden? Sprich: Sollen streunende Hunde und Katzen auch künftig zum Abschuss freigegeben sein? Zum Politikum wird die Angelegenheit nun, weil Renate Raststätter, Landtagsabgeordnete der Grünen, einen entsprechenden Antrag gestellt hat.

Für den Erhalt des fraglichen Paragrafen spricht sich neben dem Landwirtschaftsministerium auch Martin Bürner vom Deutschen Jagdschutzverband (DJV) in Baden-Württemberg aus. Sein Hauptargument: Wildtiere müssten vor streunenden Hunden und Katzen geschützt werden. Zwar kann er keine konkreten Zahlen nennen, aber Bürner ist sich sicher: „Es werden sehr viele Tiere gerissen.“ Laut Schätzungen sind es jeden Sommer sieben Millionen Kaninchen, Hasen und Vögel – das hält Bürner für realistisch. Dahingegen sei die Zahl der erschossenen Haustiere auf jeden Fall verschwindend gering: Die in einem Jahr getöteten Hunde könne man an zwei Händen abzählen; die Zahl der geschossenen Katzen sei zwar „deutlich höher“, festlegen will sich Bürner aber nicht.

Die Gegner des Paragrafen 29 scheinen dagegen genau Bescheid zu wissen: Bundesweit fielen bis zu 40.000 Hunde und bis zu 400.000 Katzen den Jägern zum Opfer. Allerdings werden diese Zahlen nicht in allen Bundesländern erhoben. Auch nicht in Baden-Württemberg – das ergibt die Antwort des Landwirtschaftsministeriums auf den Antrag Raststätters. Jedes Jahr dokumentiere die so genannte Jagdstrecke, wie viele Wildtiere erschossen wurden – hier auch die Zahl der getöteten Hunde und Katzen aufzulisten wäre laut Raststätter kein Problem. „Aber daran besteht offensichtlich kein öffentliches Interesse.“

Raststätter hält dem Argument, dass durch den Abschuss von Hunden und Katzen Wildtiere geschützt würden, unter anderem entgegen, dass es im Breisgau einen freiwilligen Verzicht gebe. Die Gefahr, streunende Hauskatzen mit dort lebenden (und geschützten) Wildkatzen zu verwechseln, wurde dort für zu groß befunden. Auch der Ökologische Jagdverband (ÖJV) grenzt sich von der Haltung des konventionellen DJV ab: „Wir sind gegen den Abschuss von Hunden und Katzen, weil es nicht notwendig ist. Und wenn wir die Jagd in der Gesellschaft anerkannt haben wollen, können wir keine Haustiere schießen“, sagt Rolf Schlude vom ÖJV.

Doch warum beharren die Jäger des DJV dann auf dem Abschuss-Recht? „Das ist alles unter dem Mäntelchen des Jagdschutzes zu sehen, die vertreiben auch Spaziergänger und wollen bei der Jagd auch nicht von Hunden und Katzen gestört werden“, vermutet Schlude. Der Jagdschutzparagraf gehöre in Gänze gestrichen, weil er ohnehin nur ausgenutzt werde.

Das freilich lässt der DJV nicht auf sich sitzen: „Die gesetzlichen Regeln sind sehr eng gefasst“, sagt Bürner. Für den Abschuss von Hunden gelte etwa, dass sie in flagranti beim Wildern erwischt werden müssen und selbst dann müsse zunächst versucht werden, den Hund einzufangen. Erst wenn dies misslinge, darf zur Flinte gegriffen werden. Bei Katzen sei der freie Abschuss territorial eingeschränkt: Sie dürfen erst getötet werden, wenn sie sich mehr als 500 Meter zum nächsten bewohnten Gebäude entfernt aufhalten. Bürner: „Das trifft zum Beispiel in meinem Revier nur für einen sehr kleinen Bereich zu.“

Raststätter sieht das Problem eher bei den weniger auf Menschen fixierten Katzen und führt noch ein weiteres Argument ins Feld: Das Jagdgesetz stamme aus dem Jahr 1934 – „damals war der ethische und rechtliche Stellenwert von Katzen einfach noch nicht so hoch.“ Dafür, dass sich die Landesregierung ihrem Ansinnen entgegen stellt, hat sie nur eine Erklärung: Parteipolitisches Kalkül.

Quelle


Liebe Grüße, Pia mit Astra, Merlin und Abebi, Paul, Moco und besonders Rüdiger für immer in unseren Herzen...







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#2

RE: Abschuss von Hunden und Katzen weiterhin erlaubt!

in Der Hund in den Medien 20.07.2010 01:02
von Vio`s Krönchendoggen • Worldchampion | 304 Beiträge

Zitat von kleines030999
Stuttgart
............Doch warum beharren die Jäger des DJV dann auf dem Abschuss-Recht? „Das ist alles unter dem Mäntelchen des Jagdschutzes zu sehen, die vertreiben auch Spaziergänger und wollen bei der Jagd auch nicht von Hunden und Katzen gestört werden“, vermutet Schlude. Der Jagdschutzparagraf gehöre in Gänze gestrichen, weil er ohnehin nur ausgenutzt werde.

Das freilich lässt der DJV nicht auf sich sitzen: „Die gesetzlichen Regeln sind sehr eng gefasst“, sagt Bürner. Für den Abschuss von Hunden gelte etwa, dass sie in flagranti beim Wildern erwischt werden müssen und selbst dann müsse zunächst versucht werden, den Hund einzufangen. Erst wenn dies misslinge, darf zur Flinte gegriffen werden. Bei Katzen sei der freie Abschuss territorial eingeschränkt: Sie dürfen erst getötet werden, wenn sie sich mehr als 500 Meter zum nächsten bewohnten Gebäude entfernt aufhalten. Bürner: „Das trifft zum Beispiel in meinem Revier nur für einen sehr kleinen Bereich zu.“

Quelle



Mich würde mal interessieren, wer den den Hund einfangen soll. Das ein Hund sich nicht von einem Fremden einfangen lässt, womöglich auch noch ein erregter Jäger, der ihn einfangen will, ist doch klar.

Weiß einer da näheres oder hat schon Erfahrung gemacht???


Ganz liebe Grüße
Vio und die Krönchendoggen

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#3

RE: Abschuss von Hunden und Katzen weiterhin erlaubt!

in Der Hund in den Medien 20.07.2010 03:33
von Ludwig • Really the Best | 1.461 Beiträge

Für mich hören sich die Zahlen, die da genannt werden absolut unrealistisch an. Ich kann mir weder vorstellen, dass Millionen von Wildtieren von Haustieren getötet werden, noch, dass 40 000 Hunde und 400 000 Katzen von Jägern erschossen werden.

Dieses Gesetz stammt ja aus einer Zeit, wo es wirklich noch viele streunende Hunde und Katzen gab, so wie heute in südlichen Ländern z.B. oder in Rumänien. In Deutschland ist dieses Problem aber weitgehend im Griff, und man kann davon ausgehen, dass jedes geschossene Haustier einen liebenden Besitzer hat, der über dessen Verlust sehr betroffen sein wird.

Außerdem bin ich der Meinung, dass die wenigsten Hunde noch die Fähigkeit haben (außer manche Rassen, wie z.B. Huskies) ein Wildtier, zumal ein großes, erstmal zu erwischen und dann auch noch zu verletzen geschweige denn zu töten. Und Katzen jagen primär Mäuse und Vögel, ersteres ist sogar sehr nützlich, bei den Vögeln kann man sich streiten.


Liebe Grüße,
von Ruth und Ludwig

zuletzt bearbeitet 20.07.2010 03:34 | nach oben springen

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