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Wirtschaftskrise macht auch vor Tierheimen nicht Halt...

in Der Hund in den Medien 30.08.2009 22:50
von kleines030999 • Really the Best | 4.435 Beiträge

Finanzkrise: Dem Münchner Tierheim fehlt eine Million Euro
(28.08.2009) München – Die ökonomischen Folgen der Finanzkrise treffen auch wohltätige Einrichtungen mit voller Wucht. Besonders dramatisch zeigt sich dies auch bei Tierheimen, die zwingend auf die finanzielle Unterstützung ihrer Mitglieder und auf wohltätige Spenden angewiesen sind. Betroffen sind hierbei keineswegs nur kleine Einrichtungen. Selbst das Münchner Tierheim, das zu den drei Größten in Deutschland zählt, beklagt nun seine hochdefizitäre Finanzsituation. Die Tierheimleitung fürchtet unterdessen dramatische Konsequenzen: "Wenn sich die Finanzsituation nicht ändert, können wir dieses Jahr, spätestens aber 2010 unsere Leistung nicht mehr im vollen Umfang erbringen!" Das Münchner Tierheim gehört, neben den Einrichtungen in Berlin und Hamburg, zu den Größten in ganz Deutschland. Rund 8500 Tiere werden hier während eines Jahres aufgenommen, betreut und nach Möglichkeit wieder vermittelt. Auf einen Monat gerechnet, sind das mehr als 700 Tiere, die teils aufopfernder Pflege bedürfen. Am 21. August beherbergte die Einrichtung im Münchner Osten beispielsweise 747 Tiere. Eine Anzahl die staunen lässt. Und außerordentlich viel Arbeit macht. Obwohl der Münchner Tierschutzverein von etlichen Ehrenamtlichen unterstützt wird, sind insgesamt 70 Festangestellte nötig, um der vielen Arbeit Herr zu werden. Ganze 40 Tierpfleger und drei Tierärzte sind mit der zeitintensiven Pflege der Tiere beschäftigt. Mit diesem großen Arbeitsaufwand geht ein hoher Geldbedarf einher, wie Tierheim-Sprecherin Monika von Tettenborn erklärt. Kosten von 5,5 Millionen Euro! Insgesamt, so Von Tettenborn, betragen die jährlichen Gesamtkosten des Münchner Tierschutzvereins für Tierheim, Gnadenhof und Verwaltung rund 5,5 Millionen Euro. Hiervon entfallen etwa 2,5 Millionen Euro alleine auf die Betriebskosten. Eine außerordentliche Summe, an deren Deckung sich die Stadt München jedoch nur mit 460000 Euro beteiligt. Viel zu wenig, wie man im Tierheim nicht zuletzt angesichts der gegenwärtigen Finanzkrise findet. Man übernehme sämtliche Tierschutzaufgaben der Stadt München und der Landkreisgemeinden, werde bislang aber bei Weitem nicht kostendeckend unterstützt. Das Münchner Tierheim ist deshalb auf die Zahlungen seiner Mitglieder, sowie auf Vermächtnisse, Erbschaften und Spenden dringend angewiesen. Aufgrund der kriselnden Wirtschaftslage bleiben jedoch immer häufiger die Spenden aus. Man merke deutlich, dass die Finanzkrise auch bei den Menschen angekommen sei und viele Leute nicht mehr das Geld hätten, um spenden zu können. Seit Ende letzten Jahres verzeichnet die Tierheimleitung einen Spendenrückgang von 70 Prozent. Das sind eine Millionen Euro, die in diesem Jahr fehlen, um laufende Rechnungen zu begleichen oder anstehende Umbau- und Renovierungsarbeiten zu bezahlen. Die Konsequenzen seien gravierend; Von Tettenborn betont: "Wenn sich die Finanzsituation nicht ändert, können wir dieses Jahr, spätestens aber 2010 unsere Leistung nicht mehr im vollen Umfang erbringen!" Der Affenstation droht das Aus! So müssten die Gehege der Affenstation eigentlich schleunigst umgebaut werden, da sie laut Tierschutzgesetz zu klein sind und die eingeräumte Frist bald endet. Für die ca. 250 000 Euro teuren Umbaumaßnahmen fehlt jedoch jegliches Geld. Die Tierheimleitung befürchtet daher das Aus für das erfolgreiche Konzept der Affenstation: "Ende des Jahres werden wir große Teile der Affenstation leider schließen müssen." Alle Affen müssten dann umgehend abgegeben werden und die Aufnahme neuer Primaten wäre nicht möglich.

Bleiben dürften nur die beiden Rotgesichtsmakaken Gnom und Floh, sowie der Berberaffe Ulli, da sie bereits sehr alt sind und nicht mehr vermittelt werden können. Mit dem Aus der Affenstation würde auch die erfolgreiche Kooperation mit der niederländischen Stiftung AAP (Sanctuary for Exotic Animals) enden. Bislang wurden Affen aus München nämlich nach einem Zwischenstopp an die renommierte Tierschutzstiftung vermittelt, welche Primaten aus ganz Europa auf eine Eingliederung in den Tierbestand großer Zoos vorbereitet. Platzmangel im Kleintierhaus Der Geldmangel zeigt sich unterdessen nicht nur bei der Unterbringung der Exoten. Mehr als ein Drittel der Tiere sind momentan Nager. Zwar existieren für Meerschweinchen, Kaninchen und Hasen vorbildliche Gehege, doch auch diese Nager-Paradiese bieten nicht unbegrenzt Platz. Immer wieder müssen die Tiere deshalb entgegen besseren Wissens miteinander vergesellschaftet werden; und zwar in handelsüblichen Käfigen. Tierpflegerin Nadine Meixner würde hierauf gerne verzichten, in manchen Fällen bestehe momentan jedoch keine andere Möglichkeit. Umso gewissenhafter achtet sie deshalb darauf, dass sich die Meerschweinchen und Zwergkaninchen, die sich vorübergehend einen Käfig teilen, vertragen. Die Anschaffung neuer Gehege und Ausrüstung sei gegenwärtig zu kostspielig. Gehege für Katzen und Hunde Nicht zuletzt sind es aber die Gehege und Stationen von Hund und Katze, in die man investieren müsste und auch möchte, wie man im Tierheim versichert. In jüngerer Vergangenheit hat man bereits einige sehr moderne Hundeunterbringungen gebaut, in denen mehrere Hunde wie in einer Wohngemeinschaft miteinander harmonisch leben. Für weitere Baumaßnahmen sieht es jedoch düster aus. Es fehlt das erforderliche Geld. München – das Luxus-Tierheim? "Seit Jahren gibt der Münchner Tierschutzverein mehr Geld aus, als er durch Spenden, Vermächtnisse und Erbschaften einnimmt und zehrt deshalb seine Geldreserven auf", erklärt Von Tettenborn die Situation. Dem Vorwurf, München jammere auf sehr hohem Niveau begegnet die Tierheimsprecherin deshalb energisch: "Das Vorurteil, dass das Münchner Tierheim ach so reich ist, hält sich schon lange eisern! Erbschaften haben jedoch auch die anderen Tierheime." Tatsächlich besitzt das Münchner Tierheim Immobilien, doch diese würden, so die Tierheimleitung, auch umgehend verkauft, um die Betriebskosten zu decken. Den Spendenmangel bemerke man schmerzlich.

Sicherlich gäbe es viele kleine Tierheime, denen es momentan sehr schlecht gehe. "Doch München hat nach Berlin das zweitgrößte Tierheim in Deutschland und das kostet eben auch viel mehr Geld", so Von Tettenborn. Zudem sei der Münchner Tierschutzverein einer der wenigen Vereine, die einen Gnadenhof für Tiere unterhalten, auf welchem chronisch kranke und nicht mehr vermittelbare Tiere Unterschlupf finden. Ein solcher koste jedoch auch sehr viel Geld, das zusätzlich zu den Kosten des Tierheims aufgebracht werden müsse. "Vom Deutschen Tierschutzbund bekommen wir jedoch kein Geld, wir zahlen nur welches", beteuert die Tierheimsprecherin. Der Deutsche Tierschutzbund unterstützt mit seinem so genannten Feuerwehr-Fond Tierheime in prekären Finanzsituationen. Das Münchner Tierheim, so Von Tettenborn, falle jedoch durch dieses Rettungsnetz, da "leider nur kleinere Tierheime unterstützt (werden), deren Lage noch schlimmer ist." Der Geldmangel scheint indes akut und könnte 2010 dramatische Folgen haben, denn die Tierheimsprecherin versichert: "Wir können dann ganz gewiss nicht mehr alle Tiere aufnehmen, wie es eigentlich unsere Philosophie ist. Eigentlich müssten wir die Leute mit ihren Tieren in die Rathäuser schicken!" (Text: Matthias Müller)

Quelle


Liebe Grüße, Pia mit Astra, Merlin und Abebi, Paul, Moco und besonders Rüdiger für immer in unseren Herzen...







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